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Leitbild eine institutionelle Philosophie Das iwifo-Institut ist eine unabhängige
wissenschaftliche Institution, die eine Verschränkung von Theorie und Praxis sicherstellt. Inhaltlich enthält diese Konzeption das Angebot von
- Lehre und Unterricht im universitären und außeruniversitären Bereich,
- Fort- und Weiterbildungen incl. Workshops,
- Vorträgen und Fachreferaten auf Kongressen wie in Organisationen,
- Supervision als Behandlungs-, Team- und/oder Institutionssupervision und psychologischer Praxisberatung (Coaching),
- Forschungsprojekten und Evaluationsvorhaben,
- Begutachtungen und forensischer Prognoseberatung,
- …
Dabei versteht sich das iwifo-Institut
als eine dynamische Organisationsform im Sinne der französischen institutionellen (Psycho-)Therapie (»psychothérapie institutionelle«). Diesbezüglich macht Tosquelles mit der Schreibweise »étatblissement«
auf die Statik des erstarrten wie auf den zum Selbstzweck geratenen Zustand (»état«) vieler Einrichtungen (»établissements«) aufmerksam. Dem gegenüber verfügt das iwifo-Institut alternativ über
- ein auftrags-, problem- und subjektbezogenes, flexibles Design und
- eine institutionelle Dynamik unkonventioneller Art.
Mit dieser Programmatik ist sich das iwifo
-Institut der Vorläufigkeit und Begrenztheit eigener Erkenntnis bewusst und trägt
- der institutionellen ›Grammatik‹
- dem Kontext der gesellschaftlichen ›Textur‹,
- der Vorläufigkeit wissenschaftlichen Wissens,
- dem dynamischen Charakter von Lösungen
konzeptionell Rechnung. Als Institut für subjekttheoretische Wissenschaften, interdisziplinäre Forschung und institutionelle Therapie steht nicht nur als Subjekt in
seinen Lebensbedingungen im Vordergrund, sondern werden dessen Lebenskontexte mit den Elementen › institution‹ - ›wi
ssen‹ - ›forschen‹, kurz, als iwifo-Institut ausdrücklich berücksichtigt. In seinen psychologischen Modellvorstellungen geht das iwifo-Institut davon aus, dass »jede Psychologie sich mindestens auch dieses fragen [muss]: ob ihr homo psychologicus lebensfähig wäre, ob er Gesellschaft entwickeln könnte, ob er
Psychologie hervorzubringen und anzuwenden imstande wäre« (Kaminski). Mit diesem Ansatz ist es insbesondere einem kritisch-psychoanalytischen Paradigma
verpflichtet, dessen theoretische Grundlagen durch die Begriffe des Unbewussten, des Mangels, des Begehrens, des Realen, Symbolischen und Imaginären, der
Intersubjektivität, der Spaltung, des illusionären Verkennens im Erkennen usw. … charakterisiert ist. In diesem Zusammenhang versteht sich das intersubjektive
Theorie-, Forschungs- und Be-Handlungsmodell im Kontext institutioneller Grammatik als eine Form psychoanalytischer Sozialpsychologie: Hierbei werden die
– symbolische und/oder imaginäre - Institution (des Gesetzes, der Norm, der Gesellschaft …) und das Subjekt nicht als gegensätzliche, sich infrage stellende
Phänomene verstanden, sondern vielmehr als sich gegenseitig bedingende, diskursdialektische Strukturelemente, von denen die subjektivierende ›Instituierung‹
des Subjekts (Legendre) ebenso abhängt wie dieses die Verwirklichung der Institutionen erst ermöglicht.Als interdisziplinäre Forschungseinrichtung setzt das iwifo-Institut einen verbindenden Diskurs zwischen den Disziplinen um: Im Sinne des ›doppelten
Diskurses‹ (Devereux) und in Abgrenzung von undifferenzierten Bindestrich-Psychologien werden Diskursformen zu entwickeln gesucht, die das Subjekt des Diskurses und den Untersuchungsgegenstand aus je komplementären,
fachspezifischen und diskursiven Perspektiven focussieren. Insofern ist dieses Leitbild auch eine Philosophie, die die Kriterien der Realität »bearbeitet« und »außer
Kraft setzt«, indem sie diese diese »häutet« (Lyotard) und das – scheinbar - unmögliche Reale ›hinter‹ der Realität transparent macht.
Als zwangsläufig grenzüberschreitende Beobachtungs-, Reflexions- und/oder Be-Handlungspraxis sieht sich das iwifo-Institut
einer Ethik verpflichtet, wie sie als »Ethik-des-Begehrens« bei Lacan konzeptualisiert ist. Das heißt, dass jeder
intersubjektive Akt einerseits danach trachten muss, die imaginären Grenzen des Gegenüber, sein »partikuläres Anderes« (Zizek), soweit als möglich zu respektieren
und zu garantieren, um andererseits aber auch in seinem Begehren nicht nachzulassen.Wenngleich diese psychologische Praxis ebenso kreative wie realistische Lösungen
anstrebt, begreift sie sich weder als eine rein pragmatische Interventionspsychologie noch lässt sich ihr theoretisches Denken auf praxisunmittelbare Verwertbarkeit
reduzieren. Das Dogma theoriegeleiteter Praxis impliziert nicht nur eine theoretische Fundierung und ethische Legitimation, sondern nimmt auch die Möglichkeit in
Anspruch, notwendige Umwege zu gehen und theoretische Reflexionsstänge zuende zu denken.
Ein Leitbild entwirft zwangsläufig immer ein Idealbild, dessen Systematik und imaginäre Dimensionen auf ein theoretisch denkbares Abstraktes, auf
Unmöglichkeiten des Realen und auf konkrete Utopien, verweisen. Jede Realität muss hinter diesem Anspruch zurückbleiben. Und doch stellt die hier skizzierte Philosophie dem iwifo-Institut einen handlungsleitenden Orientierungsrahmen zur Verfügung,
- der blinden Aktionismus, unreflektierte Parteinahme und rein eklektische Pragmatik ebenso auszuschließen trachtet
- wie er realitätsfernes Theoretisieren, einseitige (›ipsative‹) Schulenorientierung und idealistische Wunschvorstellungen zu ernüchtern bzw. zu unterbinden sucht.
Das iwifo-Institut lädt ein zu Anfragen und Aufträgen. Bitte fühlen Sie sich – indem so jeder Frage quasi ein grundsätzliches ›Ja‹
vorausgeht – ermutigt, sich unverbindlich mit Fragestellungen, Anregungen und Aufträgen an uns zu wenden. Sie erreichen uns
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